35. Bundesverbandstag – Bericht

„Der 35. Bundesverbandstag hier in Altenberg, in der Wiege der DJK, wird wohl Strahlkraft haben hinein in das Jahr 2020, in dem die DJK ja ihr 100-jähriges Jubiläum feiert“, beendete Weihbischof Rolf Steinhäuser seine Predigt beim feierlichen Abschlussgottesdienst im Altenberger Dom.

Doch um das Jubiläumsjahr ging es nur zu Beginn der Tagung am Freitag in Form von Kurzvorstellungen der einzelnen Organisationsorte und der dort stattfindenden Veranstaltungen durch die jeweils vor Ort Verantwortlichen, sowie beim Markt der Möglichkeiten. Hier waren der DV Bamberg mit der Bundeswallfahrt und der DV Würzburg mit der Feier der Säule Gemeinschaft, vertreten und konnten die ein oder andere Frage der ca. 100 Delegierten beantworten. Ansonsten kein Hinweis, wie es weitergeht, z. B. mit den Einladungen für die Veranstaltungen und besonders auch für den offiziellen Festakt in Würzburg. Auch kein flammender Schlussapell, der so richtig Lust darauf gemacht hätte, die verschiedenen Veranstaltungen anlässlich des 100. Geburtsstages im kommenden Jahr zu besuchen.

Vielleicht ist dies alles untergegangen in der Turbulenz dieses Verbandstages, entstanden durch eine Satzungsdiskussion und durch die unterschiedliche Auffassung über einige wenige darin enthaltene Paragrafen. So konnten sich vor allem die bayerischen Diözesanverbände, nicht damit anfreunden, dass dem Präsidium in der neuen Satzung im Bereich der Änderungen der Satzung und der Ordnungen zu viele Freiheiten zukommen sollten. Der Änderungsantrag, der eingebracht wurde war bei der Abstimmung mit 39 zu 39 Stimmen, also bei Gleichstand, abgelehnt worden. Auch der Antrag, einen zusätzlichen Vizepräsidentenposten in der Satzung zu installieren fand nur die Zustimmung der bayerischen Delegierten, die ca. 40 % aller DJK-Mitglieder in Deutschland vertreten. Lediglich der Antrag, dass nicht beide Geschlechter mit mindestens 2 Personen im Bereich der Präsidenten*innen/Vizepräsidenten*innen vertreten sein müssen, sondern sollen, wurde mit einer deutlichen Mehrheit angenommen. Nach langen Diskussionen und sogar einer kurzen Besprechungsunterbrechung wurde dann die neue Satzung mit einer zweidrittel Mehrheit beschlossen, was ohne die letztendliche Zustimmung von Delegierten aus den bayerischen Diözesanverbänden nicht möglich gewesen wäre.

Die anschließenden Neuwahlen des Präsidiums ergaben dann folgendes Ergebnis:
Elsbeth Beha, Präsidentin DJK-Sportverband, Volker Lemken (Köln), Vizepräsident Verbandsentwicklung, Lukas Monnerjahn (Trier), Vizepräsident Sportentwicklung, Stefani Groß (Köln), Vizepräsidentin Recht, Bernd Butter (Trier), Vizepräsident Finanzen, Geistliche Bundesbeirätin Elisabeth Keilmann (Essen), stellvertretender Geistlicher Bundesbeirat Pfarrer Erhard Bechtold (Freiburg), DJK-Bundessportwartin Monika Bertram (Speyer), DJK-Bundessportwart Jürgen Funke (Essen), Bundessportarzt Dr. med. Jürgen Fritsch (Köln), Stephanie Hofschlaeger (Langenfeld), Generalsekretärin, Saskia Zitt (Speyer), Bundesjugendleiterin DJK Sportjugend, Simon Winter (Augsburg), Bundesjugendleiter DJK Sportjugend

Eine bittere Pille für die bayerischen Delegierten: Ihr Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten Sportentwicklung bekam keine Mehrheit. Bayern stellt somit, bis auf Bundesjugendleiter Simon Winter, keinen Vertreter mehr im Bundespräsidium.
Nein, es war kein „schöner“ und schon gar kein entspannter Bundesverbandstag im herkömmlichen Sinn. Es war einer, in dem demokratische Werte eine wichtige Rolle spielten, aber er kann dennoch nicht als zutiefst demokratisch bezeichnet werden. Dafür waren ein paar Akteure*innen zu wenig kompromissbereit.
Dass letztendlich das Gemeinschaftserlebnis der Delegierten doch als positiv bezeichnet werden kann, ist sicher dem gelungenen Abschlussabend mit Ehrungen, Musik und Gesang und auch dem Abschlussgottesdienst mit einer hervorragenden Begleitband und mit Weihbischof Rolf Steinhäuser zu verdanken. Er brachte es in seiner Predigt auf den Punkt: „Sein Bestes geben, ohne dabei der/die Beste sein zu müssen“, dazu sei die DJK berufen und mit Gottvertrauen werde sie auch auf dem Weg ins neue Jahrhundert gut gerüstet sein.

Bericht: Edgar Lang             Den vollständigen Bericht finden Sie hier