Festakt am 100. Geburtstag des DJK-Sportverbands auf Bundesebene

Buchvorstellung zur Geschichte des DJK-Diözesanverbandes Würzburg

Ja, alles hätte ganz anders kommen sollen. Mehrere Jahre hatte der DJK-Sportverband die Feier seines 100-jährigen Jubiläums in diesem Jahr geplant. Ein Sportfest in Duisburg und das bunte dreitägige Fest im Mai in Würzburg ist dem Corona-Virus zum Opfer gefallen. Eine bundesweite Wallfahrt nach Bamberg wurde auf das Jahr 2022 verschoben und viele der 500.000 Mitglieder in ganz Deutschland verzichten schweren Herzens auf manche Feierlichkeit. Aber einen kleinen Festakt am 100. Geburtstag gab es in Würzburg dann doch.

Auf den Gründungsjahrtag genau hatte Vorsitzender Edgar Lang vom Diözeanverband Würzburg eine Handvoll Gäste in die Kapelle des Kilianeums in Würzburg eingeladen. Sie ist nur wenige Steinwürfe von den ehemaligen Huttensälen im Stadtteil Sanderau entfernt. Dort hatte Monsignore Carl Mosterts (1874 bis 1926) am 16. September 1920 beim Katholikentag die „Deutsche Jugendkraft – Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen“ ins Leben gerufen. Schon damals prägte Mosterts als erster Vorsitzender und Präses das Leitwort „Sport um des Menschen willen“. Bis heute fühlt sich die DJK-Familie diesem Leitwort verpflichtet.

Beim Festakt in Würzburg genau hundert Jahre nach der Gründung war angesichts des besonderen Tages und ohne die dem Anlass würdige große und freudige Festgesellschaft Wehmut zu spüren. Aber weit mehr überwogen die Erinnerungen an „eine lange Kette an kleinen Perlen guter Ereignisse‘“ und die Dankbarkeit über die Entwicklung und den Erfolg der DJK-Bewegung. „Sein Bestes geben“, so lautete das Motto der geplanten 100-Jahr-Feier. Das Beste geben Funktionäre, Kirchenverantwortliche und Ehrenamtliche in der DJK-Familie sowie viele sportbegeisterte Menschen aller Generationen, die die DJK als Wertegemeinschaft verstehen.

„In den gut 1100 DJK-Sportvereinen bundesweit sind wir mit unseren drei Säulen Sport, Gemeinschaft und Glaube eine sichtbare Größe geworden“, freute sich Diözesanvorsitzender Lang. Pfarrer Wolfgang Zopora war stolz darauf, dass die DJK ihre einst formulierten Werte hochhält. Nirgendwo anders als bei der DJK würden ihm so viele Jugendliche zuhören, wenn er als geistlicher Beirat über christliche Tugenden spricht. „Das ist einfach schön“, fühle er Dankbarkeit. „Bei der DJK haben viele Menschen ihre maßgeblichen Wurzeln bekommen und ihr individuelles Potential entwickeln können“, sah auch Domkapitular Christoph Warmuth im Sportverband Werte verwirklicht wie Fairness, Teamgeist und Toleranz. „Es macht den Verein stark, dass er den Menschen in seinen Fähigkeiten fördert“, lobte er in seinem Grußwort im Namen der Diözese Würzburg.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt zollte der der „bedeutsamen Institution für unsere Stadt und in der Gesellschaft“ seinen Respekt. „Es ist wichtig, die Menschen zu erreichen und ihnen bewusst oder unbewusst etwas mitzugeben, das sie durch das Leben trägt“, meinte er. „Die DJK ist wertvoll und wir freuen uns, dass es Sie gibt“, fand er es „bemerkenswert und großartig“, dass sich der Sportverband stets den Fragen der Zeit gestellt hat und damit modern geblieben ist. „Viele bekannte und unbekannte Menschen haben die DJK nachhaltig geprägt und sie durch gute und schlechte Zeiten geführt“, stellte Jürgen Funke heraus. Der Verantwortliche für den Bereich Sport im DJK Bundesverband wünschte mit dem Bergmannsgruß „Glück auf“ aus seiner Heimat im Ruhrgebiet „viele weitere erfolgreiche Jahre“.

Als Höhepunkt der Festveranstaltung stellte Karl Grün ein „DJK-Geschichtsbuch“ vor. Auf 180 Seiten und mit vielen Bildern bestückt hat er die Entwicklung des DJK-Diözesanverbandes Würzburg festgehalten. Immerhin sei der DJK Diözesanverband Würzburg mit seinen 45.000 Mitgliedern und 126 Vereinen der zweitgrößte DJK-Diözesanverband in Deutschland und der mitgliederstärkste katholische Erwachsenenverband im Bistum Würzburg. Karl Grün hat das Werk konzipiert, verfasst und gestaltet. Bei der Buchvorstellung „DJK bewegt. Sport und mehr. Begeistert durch die Zeit“ erzählte er auch von seinem Werdegang in der DJK Mömbris, in der er seit 1953 Tischtennis spielt. Sein Schlüsselerlebnis sei ein Bundessportfest in Düsseldorf im Jahr 1965 gewesen. Die Erfahrungen dort hätten ihm gezeigt, dass der DJK-Gedanke eine „faszinierende Mehrdimensionalität“ enthält.

Buchautor Grün, Diözesanvorsitzender Lang und seine Stellvertreterin Karin Müller ließen es sich nicht nehmen, die ersten Bücher persönlich an die Festgäste zu verteilen. Eine besondere Ehre gebührte auch Wolfgang Bamberger von der DJK Eichstätt. Der Sportkegler war im Rahmen der Aktion „100 Jahre – 100 Köpfe“ aus dem angekündigten Los-Topf als Sieger gezogen worden. Somit vertrat er als Gesicht die 500.000 Mitglieder, die sich bei der DJK sportlich betätigen, Aufgaben im Verein übernehmen und hier sportlich und menschlich eine Heimat gefunden haben. „Es ist mir eine große Ehre“, war der erfolgreiche und engagierte Sportkegler stolz.

Der Festakt in Würzburg wurde musikalisch bestens umrahmt von der fünfköpfigen Band „Auszeit“ von der DJK Tiefenthal. Ein kleiner Imbiss im Freien und nach Corona-Regeln rundete die gelungene Geburtstagsfeier zum 100-jährigen Jubiläum ab.


Edgar Lang bei der Begrüßung der Gäste in der Kapelle des Kilianeums in Würzburg. Als Gäste in der ersten Reihe sind von links Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Domkapitular Christoph Warmuth und Jürgen Funke vom Präsidium des DJK-Sportverbandes.

Autor Karl Grün stellt sein Buch zur Geschichte der DKJ im Bistum Würzburg vor.

Autor Karl Grün stellt sein Buch zur Geschichte der DKJ im Bistum Würzburg vor.

Beim kleinen Festakt in der Kapelle des Kilianeums in Würzburg übergab der DJK-Diözesanverband das Buch zur 100-jährigen Geschichte. Von links: Domkapitular Christoph Warmuth, Jürgen Funke vom Präsidium des DJK-Sportverbandes, Buchautor Karl Grün, Diözesanvorsitzender Edgar Lang und Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei seiner Rede zum 100-jährigen Jubiläum.

Wolfgang Bamberger von der DJK Eichstätt vertritt die 500.000 Mitglieder der DJK in ganz Deutschland. Er wurde aus dem Lostopf der Aktion „100 Tage, 100 Köpfe“ gezogen.

Autorin und Bilder
Irene Konrad
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