DJK Rieden e. V. 1947 stärkt Kinderschutz:
Schulung zur „Prävention sexualisierter Gewalt“ mit Fokus auf vereinseigenem Schutzkonzept
Rieden, 22. November 2025 – Mit großem Engagement hat die DJK Rieden e. V. 1947 am Samstag eine zertifizierte Schulung zum Thema „Prävention sexualisierter Gewalt“ durchgeführt. Eingeladen waren sämtliche Übungsleiterinnen und Übungsleiter der verschiedenen Sparten des Vereins. Darüber hinaus nahm der Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes sowie Ehrenamtliche aus der Kirchengemeinde teil. Ergänzt wurde der Teilnehmerkreis durch Trainerinnen und Trainer aus Essleben, Opferbaum und Erbshausen, die als Teil der regionalen Jugendfußball-Spielgemeinschaft ebenfalls Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen.
Als Referenten begrüßte der Verein Renate Wendel und Michael Hannawacker vom DJK-Diözesanverband Würzburg. Die insgesamt 27 Teilnehmenden gefiel die Art und Weise, in der die beiden Dozenten ein Thema vermittelten, das naturgemäß mit Unsicherheiten, Ängsten und vielen Fragen verbunden ist. Nach einer Vorstellungsrunde ging es zunächst darum, eigene Grenzen ebenso wie die der anderen wahrzunehmen, vor allem im Hinblick auf körperliche wie auch verbale Formen von Gewalt. Diese Sensibilisierungsarbeit bildete den Übergang zu mehreren Workshop-Phasen, in denen die Teilnehmenden sich intensiv mit Nähe und Distanz sowie mit Daten, Fakten und Erfahrungswerten auseinandersetzten. Gerade dieser Teil half, das Bewusstsein für die gesellschaftliche und persönliche Relevanz des Themas weiter zu schärfen.
Nach der gemeinsamen Mittagspause wurden unterschiedliche Täterstrategien in den Fokus gestellt und beleuchtet. Im Anschluss rückte das vereinseigene Schutzkonzept der DJK Rieden in den Mittelpunkt. Dieses wurde am 22. März 2025 von der Mitgliederversammlung einstimmig verabschiedet und bildet seitdem den verbindlichen Rahmen für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Verein. Das Schutzkonzept versteht sich als ein Zusammenspiel verschiedener Bausteine, die ineinandergreifen und zusammen ein sicheres Umfeld schaffen sollen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die kontinuierliche Qualifizierung aller Personen, die im Verein direkt mit jungen Sportlerinnen und Sportlern arbeiten. Schulungen wie der Fortbildungstag in Rieden sind deshalb nicht nur eine Empfehlung, sondern eine verpflichtende Voraussetzung für die Tätigkeit als Übungsleiterin oder Übungsleiter.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Schutzkonzepts ist die präventive Arbeit, zu der unter anderem die Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen, Kommunikation mit den Eltern und das Einhalten verbindlicher Verhaltensregeln gehören. Die Eltern sollen erkennen können, dass ihre Kinder im Verein gut aufgehoben sind, weshalb Transparenz und gegenseitiges Vertrauen von großer Bedeutung sind. Ebenso essenziell ist die Benennung klarer Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die als erste Kontaktpersonen für Kinder, Eltern und Übungsleitungen zur Verfügung stehen. Sie verfügen über eine besondere Qualifizierung, beraten im Bedarfsfall vertraulich und fungieren als Bindeglied zwischen Betroffenen, Vorstand und externen Fachstellen. Ergänzt wird dies durch die Regelung, dass bestimmte Personengruppen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen, damit die Zusammenarbeit für alle Beteiligten so sicher wie möglich gestaltet werden kann.
Für den Ernstfall hat der Verein einen Krisenplan erarbeitet, der eine klare Orientierung bietet, falls ein Verdacht oder Hinweis auf sexualisierte Gewalt entsteht. Er beschreibt Schritt für Schritt, wie zu dokumentieren, zu kommunizieren und zu entscheiden ist, ohne vorschnelle Bewertungen abzugeben und ohne Betroffene zu überfordern. Auch das Beschwerdemanagement ist strukturiert aufgebaut und soll sicherstellen, dass Kritik ernst genommen, lösungsorientiert bearbeitet und transparent zurückgemeldet wird. Ein weiteres Element des Konzepts ist die Öffentlichkeitsarbeit, durch die die Schutzmaßnahmen sichtbar gemacht werden. So zeigt der Verein nach außen u. a. durch Homepage und monatlichem Newsletter, dass er das Thema ernst nimmt und potenziellen Täterinnen und Tätern signalisiert, dass im Umfeld der DJK Rieden genau hingeschaut wird.
Im Rahmen der Schulung wurde darüber hinaus verdeutlicht, dass das Schutzkonzept zwar in klaren Strukturen verankert ist, jedoch stetig weiterentwickelt wird. Prävention ist ein lebendiger Prozess, der regelmäßige Reflexion ebenso erfordert wie Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Die in regelmäßigen Abständen durchgeführten Qualifizierungen sind ein Bestandteil dieses Prozesses. Auch die Verpflichtung aller Trainerinnen und Trainer zur Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklärung trägt dazu bei, die grundlegenden Werte des Konzepts fest im Vereinsalltag zu verankern, ohne jedoch absolute Sicherheit versprechen zu können.
Der Verein ordnet das Schutzkonzept zudem in den grundlegenden Leitgedanken der DJK ein, ohne diese in den Vordergrund zu stellen. Die DJK Rieden versteht Sport als Raum, in dem Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und begleitet werden. Die gemeinschaftliche Orientierung des Verbandes spiegelt sich darin wider, dass Herausforderungen offen angesprochen und präventive Maßnahmen gemeinschaftlich getragen werden. Die Werte Respekt, Fairness und der Achtung der Würde jedes Menschen bilden hierbei die Grundpfeiler.
Dass die Umsetzung eines solchen Schutzkonzepts viel Zeit und Engagement erfordert, wurde während der Veranstaltung mehrfach hervorgehoben. Besonders Jugendleiterin Manuela Kaiser, Verwaltungsvorstand Oliver Rumpel und Sportvorstand Angelo Schraud haben in der Erarbeitung des Konzepts und in der Organisation der Schulung eine tragende Rolle gespielt. Ihr Einsatz sei nur möglich gewesen, weil die erweiterte Vorstandschaft geschlossen zusammenstehe und die Aufgaben im Verein breit getragen würden. Auch kleine Details wie das Anbieten eines warmen Mittagessens seien keineswegs selbstverständlich, betonte Referentin Renate Wendel dankbar. Michael Hannawacker würdigte das außergewöhnliche Engagement der DJK Rieden und hob hervor, dass dieses in der Vergangenheit mehrfach positiv aufgefallen sei. Er verband dies mit lobenden Worten an Vorstand Oliver Rumpel und machte gleichzeitig deutlich, dass ein solches Niveau an Verantwortungsbewusstsein nur durch ein starkes und verlässliches Team im Hintergrund möglich sei.
Zum Abschluss richtete der Verein ein großes Dankeschön an alle Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die nicht nur ihre Freizeit in den Trainingsbetrieb, sondern auch in Qualifizierungen investieren. Ihr Einsatz zeigt, welchen hohen Stellenwert der Schutz von Kindern und Jugendlichen in der DJK Rieden hat und wie ernst der Verein seine Verantwortung nimmt – weit über sportlichen Erfolg oder organisatorische Belange hinaus.
Schutzkonzept und Infos findet man unter https://djk-rieden.de/jugend
Oliver Rumpel. Vorstand Verwaltung, DJK Rieden
Bilder: Angelo Schraud, DJK Rieden
